Danzig: Geschichte atmen, Blechtrommel lesen
Geposted am 17. Dez, 2011 von Kau-Ka-Sus in Polen
Zu den bekannten Persönlichkeiten Danzigs gehören neben Arbeiterführer Lech Walesa so prominente Bürger wie Daniel G. Fahrenheit, Rupert Neudeck, Arthur Schopenhauer und der Schriftsteller Günter Grass, der in seinem spektakulären Roman “Die Blechtrommel” die Geschichte der Stadt über die Zeitläufe beschreibt. Danzig, die alte Hanse- und Freie Stadt heißt heute Gdansk, gehört zu Polen und zählt eine halbe Million Einwohner. Mit sehenswerten Dokumenten aus ihrer vielfältigen Geschichte ist sie eine Reise wert.
Sehenswert dank liebevoller Rekonstruktion
Bei der Rekonstruktion zahlreicher Baudenkmäler der Altstadt, orientierten sich die Stadtplaner an den überlieferten frühneuzeitlichen Vorbildern und Stadtplänen. So ist im Stadtteil “Rechtstadt” aus den Kriegstrümmern ein Danzig wieder erstanden, wie es früher war. Ein Highlight der Danzig Besichtigungstour ist die der Gottesmutter Maria geweihte größte Backsteinkirche Europas. Sie beherbergt zahlreiche mittelalterliche und barocke Ausstattungsgegenstände. darunter die berühmte astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert und eine Kopie des Gemäldes “Das jüngste Gericht” von Hans Memling. Von der Marienkirche aus erstreckt sich die vielleicht schönste Straße Danzigs, die Frauengasse, polnisch Ulica Mariacka. Als Fußgängerzone führt sie zur Langen Brücke und dem im Mittelalter erbauten Marientor. Eine Besonderheit der Frauengasse sind die terrassenartigen Vorbauten der alten Häuser, die sogenannten Beischläge. In reich verzierten Häusern links und rechts der Gasse haben sich Kaufleute, Juweliere und Goldschmiede angesiedelt und bieten vor den Häusern ihre Schmuckstücke feil. Ein Wahrzeichen ist das Krantor aus dem 15. Jahrhundert. Im Mittelalter galt es als eine der gewaltigsten Hebekräne Europas. Es diente dem Warenumschlag und dem Aufstellen von Schiffsmasten am Fluss.
Danzigs alter und neuer Glanz
Danzigs alter Glanz wird, getreu dem Testament des Erbauers, im Haus des Ratsherren Johann Uphagen bewahrt, das als Museum für Bürgerliche Wohnkultur zu einem Besuch einlädt. Aus dem Jahr 1227 stammt das älteste Gotteshaus, die Katharinenkirche mit ihrem Turmhelm und dem 49 Glocken umfassenden Glockenspiel jüngerer Bauart. Sehenswert sind auch der Lange Markt und die Langgasse. Wer sicherstellen will, dass er nach Danzig zurückkommt, der werfe eine Münze in den berühmten, mit Meerestieren dekorierten Neptunbrunnen vor dem Artushof. Neuen Glanz bringt auch der Fußball: Während der Fußball Europameisterschaft 2012 ist Danzig einer der Austragungsorte. Zu dieser Zeit sind Unterkünfte in Danzig heiß begehrt und sollten früh genug gebucht werden.
Fotohinweis: ComtesseDionaea – Fotolia.com
